F r o n t z e i t u n g   d e r   w a h r e n   S e e r o s e n g i e s s e r

Aktuelle Ausgabe vom: 03.09.2006

 

ZU DEN ARCHIVIERTEN AUSGABEN

   

 

Duxford 2006

mit einer Verspätung von fast zwei Monaten werden nun endlich ein paar Eindrücke der Flying Legends Airshow veröffentlicht.

Schauspieler posieren vor der "Pink Lady"

Spanische 109 bekannt aus dem Film die Luftschlacht um Englang

Mustangs!

Zum ersten mal dabei: Französische Dewotine

US Navy Piloten vor einer Hellcat

Dieses Jahr nicht in der Luft aber dafür voll Aufmunitioniert "P39"

Ein seltener Gast aus Frankfurt am Main!

Die "Sally B" fotografiert aus dem Rumpf einer Catalyna

"SPITFIRE!" Rolls Royce Griffon

und der berühmte Rolls Royce Merlin

Spitfire Vb

Spitfire IX

Spitfire XVIII

Die 109 "Hispano" in Aktion

lang erseht die Lancaster des Battle of Britain Memorial flight

BobMf in Formation

"BoBMf Spitfire" dieses Jahr in Wüstentarnanstrich

"BobMf Hurricane"

Mustangs beim Start

"Pink Lady" startet die Motoren

"Sally B" mit Smoke on über Duxford

"the Eagle" ein Pub mitten in Cambridge, welches RAF Piloten während der Luftschlacht um England nach Feierabend aufsuchten

der Tag danach: die P47 gibt eine Sondervorstellung!

SONDERMELDUNG!

Nach ein ein halb Jahren ist der Einsatzbericht vom Midway Event nun endlich auch für die Öffentlichkeit einsehbar! Vielen Dank an Splindy für dieses literarische Manifest! Viel Spass beim Lesen!

 

Einsatzbericht vom 14.11.2004

 

Die Sonne steht schon tief und hat den Himmel mit den schönsten Farbtönen aus gelb, orange und rot getränkt. Die See ist spiegelglatt und zieht sich endlos in alle Himmelsrichtungen, ohne dass die Wasseroberfläche auch nur von einem winzigen Strudel gestört würde.

Eine einsame Möwe treibt dahin, den Kopf mal hierhin, mal dorthin reckend, so, als ob sie auf etwas warten würde.

Gerade will die goldene Kugel der Sonne das Meer am Horizont berühren, da erklingt ein leises Brummen von Westen her. Der Vogel wirft einen Blick westwärts, ohne in seinen Schwimmbewegungen schneller zu werden. Dennoch hält er seinen Kopf in die Richtung und dann wird das Weiße der Gischt eines sich schnell bewegenden Wasserfahrzeuges erkennbar. Es kommt fast genau aus Richtung der abtauchenden Sonne, leicht nach Süden versetzt.

Als ob sie sich das Geschehen nicht entgehen lassen wollte, scheint es, als verharre die Sonne noch einen Augenblick, bevor sie endgültig hinter dem Horizont verschwinden wird.

Die Schwimmbewegungen der Möwe sind doch etwas unruhiger geworden, aber ihr Blick gilt nicht dem unbekannten Fahrzeug sondern vielmehr einem unsichtbaren Etwas unterhalb der Wasseroberfläche. Schließlich wird es ihr zu bunt und sie steigt mit heftigen Flügelschlägen auf. Als sie gerade drei Meter Höhe erreicht hat, schießt ein grauer Körper mit weit aufgerissenem Maul genau an der Stelle aus dem Wasser, wo gerade noch die Möwe geschwommen ist. Mit einem lauten Klacken schnappt das Maul des Raubfisches wieder zu und mit einem heftigen Platscher verschwindet er wieder in den Tiefen des Pazifiks. Die Möwe indes hält sich mit schnellen Flügelschlägen in der Luft und ihr Schreien, das sie dem Hai hinterher schickt, klingt wie höhnisches Lachen. Und während sie sich noch in ihrem Triumph suhlt, trifft sie die Toplampe des Funkmastes in voller Fahrt. Das Wasserfahrzeug, welches sich als Schnellboot herausstellt, war inzwischen mit einer Geschwindigkeit von 35 Knoten herangebraust und hatte seine Fahrt nicht wegen einer einsamen Möwe abgebremst.

Wie von einer Schrotladung getroffen schlägt sie auf der Back auf und landet schlitternd vor den Füßen eines leicht nach vorn gebeugten Mannes, der sich mit beiden Händen an einem gespannten Tampen festhält. Ängstlich starrt sie nach oben und blickt in ein breites grün weißes Gesicht. Immer noch leicht benommen rappelt sie sich hoch und beginnt mit den Flügeln zu schlagen. Gerade will sie los fliegen, da trifft sie der gelblich grüne Strahl von Erbrochenem aus dem weit geöffneten Mund des Mannes über ihr. Das gibt ihr den Rest. Mit zu gekniffenen Augen rudert sie noch ein wenig mit den Flügeln, dann liegt sie einfach nur ruhig da, ihrem Schicksal ergeben.

Doch nichts weiter geschieht. Der Mann richtet sich wieder auf und versucht sich an dem Tampen entlang Richtung Brücke zu ziehen.

„Ich hätte es begrüßt, wenn Sie Ihren Mittagsschmaus direkt der See übergeben hätten, ohne vorher damit mein Oberdeck zu dekorieren, General!“ Die leicht genervte Stimme stammt von dem jungen Lieutenant auf der Brücke. „Soll ich Ihre Männer aus dem Achterdeck rufen?“

„Ach, halt doch dein Maul, du verdammter Yankee! Glaub nicht, der Name Kennedy wird dir etwas nützen, wenn ich mich beschweren werde! Ich bin immer noch General! Also benehmen Sie sich entsprechend, Lieutenant!“

Ein schiefes Grinsen ist die Antwort des Kommandanten von „PT109“. „Wissen Sie, General Hinterhov, auf Torpedobooten gelten andere Gesetze als bei der übrigen Marine. Also verschwenden Sie nicht Ihre Zeit mit sinnlosen Beschw...“

„Alaaarm!“ Der Ausguck reckt den ausgestreckten Arm nach Achtern, ohne das Fernglas abzusetzen. „Rufes! Recht Achteraus. Höhe 800! Fliegen direkt auf uns zu!“

Sofort schwingen die beiden Zwillingsflak nach Achtern und da kommen die Jäger auch schon herangebraust. Lichtblitze an den Flügeln verkünden den nahenden Feuerzauber, doch die Garben liegen schlecht. Steuerbord und backbord steigen kleine Wasserfontänen auf, das Boot bleibt unversehrt.

Aber auch die Flak trifft nicht, obwohl die beiden Männer alles raus feuern, was die Kanonen hergeben. Doch beim dritten Überflug geht dann die erste Garbe der Rufes quer über das Deck, zerfetzt aber im Wesentlichen nur einen edlen Lederkoffer mit den goldenen Initialen „GWH“. Hinterhov reißt die Augen auf und packt den neben ihm stehenden Volligdov. „Hol ihn her! Sofort!“ Volligdov macht einen vorsichtigen Schritt auf den zerfledderten Koffer zu, immer wieder den Blick gen Himmel richtend. Da packt ihn Hinterhov wieder unsanft von hinten und brüllt in das Inferno von Flak und Kugeleinschlägen: „Nicht den Koffer, du Idiot! Hol IHN!“ Dabei macht er eine vielsagende Kopfbewegung Richtung Rufes. „Ach so! Den meint Ihr!“

Sekunden später, die Hinterhov wie eine Ewigkeit vorkommen, steht ein Mann in schmuddeliger Uniform und verdrehten feuchten Augen vor dem General.

„Ich hoffe, Sie wissen, wozu Sie hier sind! Machen Sie dem Zauber ein Ende!“ bellt Hinterhov dem schwankenden Mann ins Gesicht.

„Jawohl, Genosse Hntrvow!“ stammelt der offensichtlich fern jeder Nüchternheit lallende Mann. Dann bewegt er sich auf die schwere Pak zu, die Kennedy vor einiger Zeit aufs Achterdeck hatte montieren lassen. Mit erstaunlich sicheren Bewegungen, die gar nicht zu seinem sonstigen Aggregatzustand passen wollen, lädt er einen Schuss in das für ein Boot ungewöhnliche Geschütz.

„Heh! Bist du völlig bescheuert, oder was?“ Der amerikanische Artilleriemaat will sich gerade auf den Russen stürzen, da hält ihn ein kräftiger Griff zurück. Es ist Hinterhov. „Lassen Sie ihn. Er weiß, was er tut!“

„Schwachsinn! Das ist kein Flakgeschütz, das ist ne Pak!“

„Vertrauen Sie mir. Sprengstov ist zwar der Dümmste aber leider auch der Beste!“

Doch im nächsten Augenblick müssen sie sich in Deckung werfen, da eine der beiden Rufes wieder das Feuer eröffnet hat und auf das Boot zustürzt. Sprengstov hockt sich völlig unbeeindruckt hinter das Geschütz und richtet das Rohr auf die Rufe. Mit der linken Hand greift er seelenruhig in seine Jackentasche, holt sie wieder hervor und wirft ein Häufchen Staub in die Luft, das wegen des Fahrtwindes aber sofort achteraus verschwindet. Dann korrigiert er noch kurz das Rohr und feuert.

„Wirft Bomben ab!“ schreit ein Matrose und wirft sich hinter die nächsten Aufbauten.

„Mist! Zu tief.“ knurrt indes Sprengstov und zieht den Kopf ein, als einer der Schwimmer, den er von der Rufe abgeschossen hat und von dem Seemann für eine Bombe gehalten wurde, knapp über seinem Kopf hinweg surrt und kurz darauf im Meer versinkt. Der Hauptschwimmer trifft den am Boden liegenden Hinterhov auf seinem nach oben gereckten Allerwertesten, während der dritte Schwimmer den Mast streift und die Toplampe mit sich ins Meer reißt. Für einen Moment scheint es, als könne man in den Augen der immer noch an Oberdeck liegenden Möwe so etwas wie ein hämisches Grinsen erkennen.

Dann ist der Tanz vorbei. Die beiden Flugzeuge drehen ab, als wären Sie beleidigt und verschwinden Richtung inzwischen untergegangener Sonne. Wie die eine Maschine ohne Schwimmer landen will, bleibt das Geheimnis des Piloten.

„Ist jemand verletzt?“ Es ist Kennedy, der Kommandant, der als erster die Sprache wieder findet.

Doch niemand meldet sich. Da ertönt ein leises Wimmern aus dem Schott, das in die Messe unter Deck führt.

„Olga!“ entfährt es Hinterhov und stürmt sofort unter Deck. Unten angekommen findet er Olga auf dem Boden sitzend vor, um sich herum liegt ihr Kochgeschirr oder besser das, was davon übrig ist, auf dem Boden verstreut. Als sie Hinterhov erblickt, verfinstert sich sofort ihre Miene. „Blödä Idee, das mit bekochä  von bescheuertä Ätmirellnimzitschki. Alläs kaputtä!“

„Er heißt Nimitz, Olga, und er ist Admiral. Auf dem Träger wird es sicher genug Kessel und Töpfe geben, damit du ihm einen original „Borschtsch“  zubereiten kannst. Sei froh, dass du nicht wie die anderen im U-Boot herkommen musst.“

 

 

Doch Olga winkt beleidigt ab, steht ächzend auf und tut, was sie perfekt beherrscht: Sie räumt das Boot auf. Da in dieser Zeit niemand seine Unterkunft betreten darf, auch der Kommandant und Hinterhov nicht, konzentriert man sich auf die Aufgabe, das Boot so schnell wie möglich zum Trägerverband zu bringen.

Während das Boot mit AK (=Alle Kraft) den Pazifik durchschneidet, müssen sich die Männer auf der winzigen Brücke festhalten, um nicht vom Fahrtwind aufs Achterdeck geschleudert zu werden. Olga hat alle Mühe, bei dem ständigen auf und niederschlagen des Bootes, die gerade hergestellte Ordnung aufrecht zu erhalten. Mit nach beiden Seiten ausgestreckten Armen hält sie sich an dem fest, was sie die Finger bekommt. Aus dem Augenwinkel bemerkt sie etwas kleines Weißes am Bullauge vorbei huschen, aber sie ist viel zu sehr mit Festkrallen beschäftigt, als dass sie sich auch noch darum weiter kümmern kann.

Draußen schlägt die immer noch mit Erbrochenem verschmierte Möwe mit einem dumpfen Schlag gegen die untere Halterung des achteren Torpedorohres und bleibt dort bewusstlos liegen. Sie hatte sich vorne nicht mehr halten können und war vom Fahrtwind an Olgas Bullauge vorbei nach Achtern geschleudert worden.

 

 

Endlose Meilen entfernt durchpflügt ein riesiger waffenstarrender Stahlkoloß den Pazifik. Es ist die ‚Yamato‘. Sie wird begleitet von unzähligen Begleitschiffen, die in unregelmäßigen Abständen Blinksignale austauschen. Neben dem Schlachtschiff fährt ein Zerstörer unter Volldampf sichtlich bemüht, auf gleicher Höhe zu bleiben.

Auf dem Achterdeck hat sich ein Teil der Mannschaft in Reih und Glied aufgestellt. Als die letzten Töne eines ebenfalls anwesenden Musikcorps verklungen sind, erhebt Admiral Yamamoto die Stimme in Richtung einer in Reihe stehenden Schar junger überhaupt nicht japanisch aussehender Männer: „Ano %&/$% §(„§%& i deska &%/$%& &) (&/$%§/&% %&$%§/(„($%....“ Er unterbricht kurz, da ihm ein junger Ordonanzoffizier mit vorgehaltener Hand etwas zuflüstert. Dann, nach einem kurzen brummenden Räuspern, fährt er fort: „Edle Krieger aus dem fernen Land unseres großen Verbündeten mit dem winzigen Schnäuzer! Es ist mir eine Ehre, Ihnen die besten Grüße unseres heiligen Kaisers zu übermitteln und Ihnen viel Glück für Ihre besondere Aufgabe zu wünschen, die sie die Ehre haben, erfüllen zu dürfen...“

Einer der Deutschen zischt zwischen den Zähnen zu seinem Nachbarn: „Klar, die Kohlen aus dem Feuer holen mit Himmelfahrtsgarantie. Tolle Ehre!“ „Schnauze, Kimura!“ entgegnet der Angesprochene ebenfalls zischend. Yamamoto fährt fort, immer wieder die Worte „Ehre“, „Aufgabe“ und „Gemeinsame Sache“ einflechtend. Schließlich endet er und beginnt, die Reihe der Deutschen abzuschreiten, um sich vor jedem zu verneigen und ihm zu danken. Bei einem mit schwarzer Augenbinde verharrt er und sagt: „Ich hoffe doch sehr, dass sich Euer Augenleiden bis zum Einsatz bessern wird?“

„Augenleiden?“ Der angesprochene wirft seinen Kameraden rechts und links fragende Blicke zu.

„Ich hab doch gesagt, du sollst die bescheuerte Maske nicht anziehen, Zorro!“ raunt Kimura ihn an.

Doch Yamamoto ist längst weitergegangen.

 

 

Achtzig Seemeilen weiter östlich ziehen die Yorktown, die Enterprise und die Hornet mit ihren Begleitschiffen weiße Schaumstreifen durch den ruhigen Pazifik. Nur eine leichte Dünung läßt die Schiffe sich wie im Wind wiegen. An Bord der Yorktown stehen zwei Männer in Admiralsuniform auf der Backbord Außenbrücke und fixieren mit ihren Ferngläsern einen Punkt querab in 300 Meter Entfernung. Zunächst ist nichts zu erkennen, dann bildet sich eine kleine Schaumkrone und dann plötzlich stößt ein wal-ähnliches Gebilde an die Oberfläche: Ein U-Boot!

Kurz darauf kann man Bewegungen auf der Brücke des U-Bootes erkennen, ein Schott öffnet sich und ein Mann stürmt aus dem Loch an Deck, rennt an die Reling und entläßt seinen Mageninhalt in den Pazifik. Es dauert nur wenige Augenblicke und etwa ein knappes Dutzend Männer folgt ihm aus dem Schott und tut es ihm gleich.

„Erkennen Sie einen der Männer, Admiral?“ wendet sich der Jüngere an den Älteren.

„Ist zwar eins meiner alten Boote, aber die Visagen kenne ich nicht.“

Dann erscheinen Blinksignale auf dem U-Boot.

„U-Boot gibt Signal, Sir!“ meldet der Signalgast neben Admiral Nimitz.

„Das sehe ich, Matrose. Haben sie auch einen Text erkannt oder war es nur ein Wackelkontakt an der Signallampe?“

„Oh, äh, ja Sir........sie fragen, ob wir...ob...“

„Was ist? Stottert der Signalgast auf dem Boot?“

Es ist Admiral Fletcher, der sich leicht genervt zu Wort meldet.

„Verzeihen Sie, Sir, aber...“

„Jetzt reden Sie schon, Mann!“

„Sie...sie wollen wissen, ob wir einem gewissen General Gamblestrongcuster eine Barkasse rüber schicken können.........Sir.“

„General wie? Ich denke, dieser Hinterhov kommt mit dem Torpedoboot? Von einem zweiten General stand in dem Fernschreiben nichts.“ Nimitz wirft Fletcher einen fragenden Blick zu, doch der hebt mit ahnungslosem Blick die Arme. „Wie auch immer, lassen Sie die Barkasse fertig machen.“

Zehn Minuten später steht eine Abordnung unter Admiral Nimitz am Backbord Fallreep, um die Ankömmlinge zu begrüßen. Als Gamble, Bibi, Needle, ich und die anderen das Oberdeck der Yorktown betreten, ertönt der schrille Pfiff der Bootsmannsmaatenpfeife über das Flugdeck. Gamble und Bibi zucken entsetzt zur Seite und Needle kann Bibi gerade noch daran hindern, dem Bootsmann eins mit dem Spaten über zu ziehen.

„Willkommen an Bord, Gentlemen. Wer von Ihnen ist General Gamblestrongcuster?“ Nimitz schaut fragend in die Runde.

„SIR, ICH, SIR!“ brüllt Gamble salutierend, die Brust stolz vor reckend und die Hand an der Schläfe.

Während wir peinlich berührt den Blick nach unten richten, wendet sich Nimitz an Gamble:

„Soso, und wieso tragen Sie nur die Schulterklappen eines ‚Kapitan‘ ?“

Verlegen grinsend antwortet Gamble: „Weil General Gamblestrongcuster nur so eine Art Spitzname ist, Sir. Die Jungs...“

Doch Nimitz schneidet ihm das Wort ab: „Genug jetzt. Normalerweise bekommt nur ein General, ich meine ein richtiger General, eine ‚Seite gepfiffen‘ und ich könnte Sie dafür melden. Aber der Fußmarsch von der Brücke hat uns allen gut getan und mir gefällt ihr Säbel.“ Er weist mit der Hand auf Gambles Kavalleriesäbel. „Admiral,“ fährt er zu Fletcher gewandt fort, „lassen Sie die Herren in ihre Decks bringen. Sie sollen sich frisch machen. Ich erwarte sie zu einer Tasse Tee in der Messe, sobald dieser Hinterhov eingetroffen ist.“ Er wirft noch einen Blick auf die „Essensreste“ auf unseren Uniformen, hebt die Hand kurz an die Schläfe, murmelt noch ein „Gentlemen.“ und verschwindet. Nachdem Fletcher uns eine Ordonanz zugewiesen hat, macht auch er sich zügig davon.

Während wir hinter der Ordonanz her dackeln, höre ich wie Needle vor sich hin murmelt: „General Gamblestrongcuster. Super Idee...“ Kurze Zeit später stehen wir unter der Dusche.

 

Nach zwei Stunden sind wir wieder an dem Fallreep. Das Torpedoboot ist mit Hinterhov eingetroffen und wir bilden das Begrüßungskomitee mit Nimitz, Fletcher und dem Bootsmann.

Da taucht Hinterhovs großer Kopf auf und dicht hinter ihm Olga. Ich kann’s kaum fassen, aber sie hat ihre „bis-zum Bauchnabel-aufgeknöpft-Bluse“ an. Beide betreten das Deck gleichzeitig und der Bootsmann lässt seine Pfeife schrillen. Der Pfiff bricht abrupt ab und die Pfeife schlittert übers Deck.

„Du blödä Flegäl nix pfeifä anständige Dame hinterher, verstandä?“  Hinterhov wird knallrot und reißt Olga unsanft mit sich und salutiert vor Nimitz und Fletcher. „Bitte an Bord kommen zu dürfen, Sir. Verzeihen Sie Olga. Es ist ihr erster Besuch auf einem Marineschiff.“

„Erlaubnis erteilt, General. Und machen Sie sich keine Gedanken. Ein wenig kurzweilige Unterhaltung tut uns allen gut.“ Damit dreht er sich zur Seite und wirft einen strengen Blick in die Aufbauten, wo sich die dienstfreien Besatzungsmitglieder des Trägers versammelt haben und beinahe aufs Deck purzeln, weil sie sich vor Lachen krümmen. Sofort nehmen die Männer mit verkniffenem Gesichtsausdruck wieder so etwas wie Haltung an.

„Und Sie müssen die bezaubernde Olga sein. Willkommen an Bord. Ich freue mich schon auf Ihre russischen Spezialitäten.“ Olga errötet und senkt ihren Blick. „Jedenfalls sind wir alle froh, mal was anderes als die Hühnchen Gummibrötchen von Colonel Sanders zu essen.“ Damit weist er auf einen rundlichen Mann mit Kochmütze neben sich. „Zeigen Sie ihr doch mal ihr Reich, Colonel.“

„Mit dem größten Vergnügen, Admiral.“ Sanders schenkt Nimitz noch einen säuerlichen Blick und  Olga dann sein schönstes Lächeln, wobei sein Blick ständig zwischen Knopf 8 und dem dazu gehörigen Knopfloch auf Olgas Bluse hin und her schwingt. Doch Olga dreht ihn beherzt herum und schiebt ihn zum nächsten Schott. „Auf, auf, Seemann. Du jetzt lernä wie man macht Borschtsch ohne guckä auf fremdä Holzvorhüttä!“ Sagt’s und schiebt ihn mit einem verschmitzten Lächeln in unsere Richtung durch das Schott.

Während Hinterhov, Bibi und Gamble mit den beiden Admirals verschwinden, steht plötzlich ein Major vor uns. „Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Major Doolittle. Ich werde mich in den nächsten Stunden um sie kümmern. Ich hoffe, sie genießen den Besuch bei der US Navy.“

„Doolittle? DER Doolittle?“ hör ich Volligdov fragen.

„Nun, äh, ja, der bin ich.“ antwortet der Major und so etwas wie Stolz klingt in seiner Stimme mit, weil sein berühmter Doolittle Raid nach Tokio offensichtlich auch in Moskau bekannt zu sein scheint.

„Und was macht ein Tierarzt in der Navy? Noch dazu einer, der vorgibt, mit den Tieren sprechen zu können?“

Doolittle wechselt die Gesichtsfarbe. „Nicht Doktor Doolittle! Major James Doolittle! Ich bin der, der mit 2-Mot Bombern von einem Träger gestartet ist und Tokio bombardiert hat!“

„Tokio? Was ist das? Ne Kleintierfarm?“

„Sagen Sie mal, sind Sie eigentlich völlig doof, oder was?“

„Ja, der bin ich. Woher wissen Sie?“ Ich schnappe mir Volligdov und schiebe ihn unter Deck, bevor Doolittle ihn noch umbringt.

„Kommen Sie, ich zeige Ihnen Ihre Unterkünfte...“ Er unterbricht seinen Satz und sein Blick schweift Richtung Himmel. Eine Catalina nähert sich von Westen und setzt neben dem Träger auf. In einer der Glaskuppeln an der Seite des Wasserflugzeuges erkenne ich ein bekanntes Gesicht.

„Mixi! He Jungs, da ist Mix11!“ Es ist Gamble, der von der Brücke aus nach unten winkt. Er reißt Fletcher vor Freude am Ärmel. „Haben Sie das gesehen? Das ist Mix11!“ Fletcher entfernt ruhig aber bestimmt Gambles Hände von seinem Ärmel. „Ja, ja. Schon gut. Und wer zum Teufel ist Mix11?“

„Na, Mix11 eben. Kein Doolittle, aber Mix11. Wissen Sie, manchmal muss man ihn schon bremsen. So wie vorgestern. Da wollte er seine Tochter und ihre Freundin mit hierher bringen. Hab ich ihm natürlich ausgeredet, ist doch klar. Kinder auf einem Flugzeugträger. So ein Wahnsinn. Aber Dank meiner berühmten Führungsqualitäten konnte ich ihn überzeugen, die Kinder dort zu lassen. Deshalb kommt er auch etwas später, weil er noch eine Unterbringung in einem Kloster für die Kinder organisieren mu...“

Nimitz unterbricht ihn und weist mit dem Zeigefinger nach unten, wo Mix11 gerade das Deck der Yorktown betritt: „Und wer ist das da?“

Gamble scheint aufgehört haben zu atmen. Mit vor Schreck geweiteten Augen glotzt er nach unten, wo Mix11 steht, an jeder Hand ein kleines Mädchen links und rechts neben sich.

 

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Weit entfernt hat sich alles, bis auf die Wachschicht, in die klitzekleinen japanischen Kojen begeben. Während die Fremden mit angewinkelten Beinen schlafen müssen, liegen die Japaner lang gestreckt auf ihren Kojen. Doch nicht nur die Wache ist noch auf den Beinen. In der Pilotenmesse herrscht eifriges Treiben. Die Japaner schnippeln an weißen Stoffstreifen herum und vereinzelt kann man auch einen mit roter Farbe getränkten Pinsel erkennen. Doch was da gebastelt wird ist nicht zu erkennen. Nüchtern ist niemand von ihnen, schließlich sind alle Anwesenden zuvor von Zorro unter den Tisch getrunken worden und es hat den Anschein, als ob alle eine Art Bußarbeit verrichten würden. Doch dann herrscht irgendwann doch Stille im Schiff.

Was keiner von ihnen ahnt: Es wird eine kurze Nacht werden.

 

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Derweil sitzen wir etwas später in der Offiziersmesse an der Back, jeder einen Teller dampfenden Borschtsch vor sich. Am Kopfende sitzt Nimitz. Sein Blick ist starr und vor allem angewidert auf das Essen gerichtet. „Was ist das?“ fragt er in die Runde. Olga, die direkt seitlich rechts vor ihm sitzt, beugt sich zu ihm hinüber und haucht, während Knopf 9 ihrer Bluse platschend in Fletchers Teller landet: „Das sein Borschtsch, Briderchen Nimitzschki, du müssä kostä!“

Nimitz, der fürchtet, Olgas sich auflösende Bluse könnte die Moral der Offiziere endgültig über Bord werfen, grinst verlegen und nimmt mutig einen ganzen Löffel voll in den Mund. Augenblicklich erhellt sich seine Mine. „Köstlich, meine Herren! Ganz ausgezeichnet! Da soll einer sagen, braune Brühe sei etwas Furchtbares.“ Olga, die die kleine Spitze nicht verstanden hat, schlägt mit ihrer flachen Hand auf Nimitz´ Rücken und tönt: „Was ich sagä?“

Jetzt nehmen auch die anderen Amerikaner all ihren Mut zusammen und führen ihre Löffel an den Mund. Zwanzig Minuten später sind alle Kessel leer. Colonel Sanders bringt uns noch ein paar seiner berüchtigten Hühnchen Gummibrötchen und dann sind auch wir endlich gesättigt.

„Das Rezept müssen Sie mir geben!“ entfährt es Bibi, der von den Gummibrötchen nicht genug kriegen kann „Damit mache ich eine Restaurantkette in Moskau auf.  ‚Moskaus frittierte Hühnchen‘ werde ich sie nennen.“ Col. Sanders schaut erst etwas verblüfft, dann hellt sich seine Miene geheimnisvoll auf, murmelt noch „Unverkäuflich!“ und verschwindet in der Kombüse.

Bibi schaut mich fragend an: „Was hat er denn? Wer hat denn gesagt, dass ich das Rezept kaufen will?“

„Ich glaub, du hast ihn auf eine Idee gebracht, Bibi.“ meldet sich Needle.

„Na gut, Jungs, ich hau mich in meine Koje. War ein anstrengender Tag. Morgen früh beginnt unsere Besichtigungstour und vielleicht dürfen wir uns sogar in eine der Maschinen reinsetzen.“ Gamble winkt noch kurz und ist dann durch die Tür verschwunden.

 

 

Es ist kurz nach zwei Uhr, als Trantor unsanft in seiner Koje wach gerüttelt wird. Ein gelbes Gesicht überschüttet ihn lautstark mit japanischem Kauderwelsch, doch Trantor versucht nicht, irgendwas zu verstehen, sondern folgt dem kleinen Japaner widerspruchslos. Auf dem Gang stolpern sie fast über die anderen Deutschen, die offensichtlich nicht weniger sanft aus dem Schlaf gerissen wurden. Auf dem Weg an Deck drückt man ihnen Bündel in die Hände, die offensichtlich Fliegerkombis enthalten.

Kurze Zeit später finden sie sich in einem Wasserflugzeug wieder, und noch einmal zwei Stunden später wassert das Flugzeug neben einem japanischen Flugzeugträger. „Mein Gott, die Akagi!“ entfährt es Zorro. „Da sollten wir doch erst Morgen hin!?“ Während eine Barkasse sie zu dem Träger bringt, hören sie schon den Motorenlärm warm laufender Flugzeuge.

Kaum an Deck angekommen, verschlägt es ihnen die Sprache. In zwei langen Reihen stehen dort die japanischen Piloten in Hab Acht Stellung vor ihren Flugzeugen, jeder von ihnen mit einer weißen Binde mit rotem Punkt vor die Augen gebunden. „Gambatte Zorro gambatte!“ gellt es aus ihren Kehlen, als sie die Deutschen und vor allem Zorro erblicken.

„Du ziehst sofort deine dämliche Maske aus!“ raunt Trantor den grinsenden Zorro an.

Derweil kreischt ein wütender japanischer Offizier die Piloten in der Reihe an und zerrt dem am nächsten stehenden Japaner die Binde etwas höher auf die Stirn. Die anderen tun ihm schnell gleich.

Dann wendet sich Admiral Nagumo an die Deutschen: „Meine tapferen Männer haben es sich nicht ausreden lassen, auch eine Binde wie ihr berühmter Zorro San zu tragen.“ Und mit einem säuerlichen Blick auf seine Piloten ergänzt er: „Allerdings müssen wir sie wohl erst zu einer praktischeren Trageweise überreden. Ich habe das Gefühl, hier ist eine neue Tradition geboren.“ Doch dann lächelt er schon wieder. „Ich möchte Sie einladen, an diesem glorreichen Angriff teilhaben zu lassen und stelle Ihnen einige unserer modernsten Trägerflugzeuge zur Verfügung. Was sagen Sie dazu, Trantor San?“

Trantor und die anderen sind völlig baff. „Sollten wir nicht erst morgen einen geheimen Angriff fliegen, Herr Admiral?“

„Der ist abgeblasen. Bitte erweisen Sie uns die Ehre, unseren Trägerverband zu schützen, während unser Angriff auf Midway stattfindet.“

Mit einer tiefen Verbeugung antwortet Trantor nur: „Hai, Admiral Nagumo, darf ich mir trotzdem die Kühnheit erlauben, um die Zuweisung zu einem Bomber zu bitten?“

Nagumo reißt verdutzt die Augen auf angesichts so viel Dreistigkeit. Aber dann nickt er kurz und macht sich davon Richtung Operationszentrale.

Zwei Stunden später, um kurz nach sechs Uhr, donnert der japanische Bomberverband Richtung Midway, während Zeros über dem japanischen Trägerverband kreisen.

 

 

Stunden später schwebt weit entfernt die dem geneigten Leser bereits bekannte Möwe über dem tiefblaugrünen Pazifik an der Backbordseite der Yorktown. Ihr Federkleid zeigt noch Spuren des gestrigen Tages in Form von Flecken, die das Erbrochene bei ihr hinterlassen hatte. Sie hatte Stunden damit verbracht, das Schlimmste zu beseitigen, so dass sie jetzt endlich wieder fliegen kann, um sich Essensabfälle aus dem Wasser zu fischen, die aus der Kombüse ins Meer geschüttet werden.

Gerade will sie sich auf einen solchen „Brocken“ stürzen, da schießt der ebenfalls bekannte graue Hai aus dem Wasser, um seinerseits die köstliche Möwe zu schnappen. Doch ein Regen von Abfällen zwingt ihn vorzeitig wieder abzutauchen, aber auch die Möwe gerät in diesen „Abfall Niederschlag“. Während der Vogel, eingeschmiert mit den „Abfällen“, auf die Wasseroberfläche klatscht, spielt sich weiter oben an Deck der Yorktown ein merkwürdiges Drama ab. Dutzende Männer stehen vornüber gebeugt an der Reling und kotzen sich die Seele aus dem Leib.

Auf der Brücke des Trägers steht ein verzweifelter Fletcher vor seinem 1. Offizier. „Was soll das heißen, alle Piloten außer Gefecht? Die Japaner greifen Midway an und ich kann keine Bomber losschicken, um die verdammten Japseträger auf den Grund des Pazifik zu schicken?“

„Nicht alle sind außer Gefecht, Sir!“

„Was soll das nun schon wieder heißen? Sind nun alle Borschtsch kotzen oder nicht?“

„Die Russen sind, äh, alle putzmunter!“

„Die Ru….? Holen Sie mir diesen Hinterhov und diesen Gamblestrongcuster, oder wie der Idiot heißt, auf die Brücke!“

Kurz darauf steht ein betretener General Hinterhov mit Gamble vor dem Admiral.

„Bitte verzeihen Sie mir, Herr Admiral, es ist mir unsäglich peinlich, dass die Mägen ihrer Männer der russischen Feinkost nicht die erwartete Begeisterung…“ Doch Fletcher unterbricht Hinterhov barsch: „Ersparen Sie mir ihr Gewinsel. Setzen Sie Ihre Männer in meine Flugzeuge und sehen Sie zu, dass ich mich bei ihrer Rückkehr nicht wieder aufregen muss!“

Zehn Minuten später sitzen wir in den Maschinen.

Sturzkampfbomber!

Kein gemütliches Bombardieren in seichtem Sinkflug. Nein, stürzen! Mir wird übel bei dem Gedanken. Aber wir haben keine Wahl.

Mix11 hat besonders Schwierigkeiten, sich in der Maschine zurecht zu finden. Ich sehe ihn mit hochrotem Kopf hektisch sämtliche Knöpfe ausprobieren, aber obwohl der Motor läuft will die Maschine nicht losrollen. Da gibt es einen Ruck und das Flugzeug springt nach vorne. Ich kann noch erkennen, wie Mixi hintenüber auf den Gunnerplatz purzelt, während die Maschine mit Vollgas ans Ende des Startdecks donnert. Gerade überlege ich noch, wer denn die verdammte Maschine jetzt steuert, da erkenne ich zwei Mädchenköpfe, die, eine mit panischem Blick nach vorne und die andere fast abtauchend den Blick nach unten auf die Steuerelemente, offensichtlich zu Mixis Tochter und ihrer Freundin gehören…

Im Vorbeirauschen sehe ich Mixi Gamble verlegen mit gebleckten Zähnen angrinsen, den Daumen nach oben reckend. Dann hebt die Maschine ab und taucht hinter dem Ende des Trägers weg. Fassungslos warten wir auf die Wasserfontäne, doch dann taucht die Maschine mit eingefahrenem Fahrwerk und eingezogenen Klappen wieder auf und rauscht in den Pazifikhimmel.

Keine fünfzehn Meter neben mir sehe ich Bibi noch mal aus seiner Wildcat springen. Er kniet nieder und traktiert Funken sprühend das Flugdeck mit seinem Klappspaten, doch ein Loch der Schande kriegt er natürlich nicht hin. Geistesgegenwärtig bringen die Tank-Gasten, das blanke Entsetzen im Gesicht, einige Benzinkanister aus der Reichweite von Bibis Wutanfall.

Irgendwann sind wir dann alle gestartet und machen uns auf den Weg zu einem japanischen Trägerverband in Maschinen, die uns völlig unbekannt sind, und die darüber hinaus vermaledeite Sturzkampfbomber sind. Einige wie Bibi und Wolle sitzen allerdings in Wildcats und übernehmen den Trägerschutz. Bibi macht den Begleitschutz und fliegt leicht überhöht unseren Dauntless hinterher.

 

Eine knappe Stunde später meldet Needle vor uns den japanischen Trägerverband. Sofort schießt Adrenalin durch meinen Körper. Links neben mir sehe ich Mix11s Maschine. Er sitzt wieder selbst hinter dem Steuerknüppel, die beiden Mädchen sitzen hinten und spielen mit dem MG herum. Leuchtend rote Punkte an ihren Händen zeugen davon, dass sie während des langen Anfluges die Zeit mit Nägel lackieren verbracht haben…

Dann bricht die Hölle los. Leuchtschnüre verkünden das Erwachen der Schiffsflak und vor mir sehe ich Needle und Gamble fast gleichzeitig abkippen und sich auf den Träger stürzen. Sekunden später ziehe ich den Knüppel leicht an und drücke ihn dann nach links. Es geht abwärts, in meinem Visier sehe ich den Träger beängstigend schnell größer werden. Explosionen von Needles und Gambles Bomben markieren die ersten Treffer auf dem Flugdeck. Dann löse ich meine Bomben und ziehe am Knüppel. Doch nichts passiert, außer das der Träger wahnsinnig schnell größer wird. Doch dann verschwindet der Träger unter der Motorhaube, nicht jedoch die Wasseroberfläche. Just in dem Moment, in dem mir die Übersetzung des Wortes „Airbrake“ an dem kleinen Hebel vor mir einfällt, schlage ich auf dem Pazifik auf. Kurz vor dem Aufschlag sehe ich das weit aufgerissene Maul eines riesigen Hais vor mir, dann bin ich auch schon unter Wasser. Neben mir sehe ich den Hai abhauen, während sein Gebiss langsam wippend Richtung Meeresboden schwebt.

Kurz bevor mich ein Flügeldepp mit sich reißt, sehe ich noch, wie er dem Gehörnten seinen Dreizack aus der Klaue tritt, dann sitze ich auch schon auf einer Wolke. Mit drohend erhobenen Klappspaten donnert Bibi gefolgt von einer Zero an mir vorbei. Seine ausgestoßenen Flüche lassen das Reflexvisier beschlagen, während rechts und links von ihm Leuchtspurgeschosse vorbeisurren. Ein Feuerball lässt kurz darauf nichts Gutes ahnen.

Auch Mix11 hat seine Bomben abgeworfen und während eins der Mädchen ihren Mageninhalt wieder von der Plexiglasscheibe abzuwischen versucht, ist das andere damit beschäftigt, eine wild feuernde Zero zu beharken.

Auch Needles Heckschütze feuert wild auf die gleiche Zero. Doch es hilft nichts, beide Dauntless schlagen auf dem Meer auf und ich bin endlich nicht mehr allein auf der Wolke. Langsam wird es jedoch eng und die beiden Mädchen streiten sich lautstark darum, wer außen sitzen darf und Mix11 verdreht genervt die Augen. Als der Flügeldepp dann auch den abgeschossenen Japaner auf unsere kleine Wolke absetzen will, wird es Bibi zu bunt und mit drohend erhobenem Klappspaten (keine Ahnung, wie er das Ding bei jedem Abschuss retten kann) verjagt er beide wieder von unserer Wolke. Nur als Strijder auf unserer Wolke abgesetzt wird, rücken wir noch etwas enger zusammen. Am Horizont können wir Gamble mit Vollgas Richtung Yorktown abhauen sehen.

 

Auf der Yorktown ist inzwischen auch der Teufel los. Die japanischen Bomber haben ein neues Ziel. Nachdem sie auf Midway genug Schaden angerichtet haben, soll jetzt der amerikanische Trägerverband ausgelöscht werden.

Kurz vorher hatte Wolle noch in seiner Wildcat patrouillierend mit geöffneter Haube in der Sonne gedöst, als die Angriffsmeldung auf den Träger über Funk rein kam. Sofort schmeißt er den Cocktail aus dem Flieger und rast auf die angreifenden Vals zu.

Derweil stürzen Trantor und Zorro auf die Yorktown. Zorro vermutet seinen Magen irgendwo im Heck der Val, aber er stürzt unbeirrt weiter auf den Träger zu. Unten kann er eine Schiffskanone erkennen, an der ein einzelner Mann herumfummelt. „Schwachkopf!“ fährt es ihm durch den Kopf. „Was will der Idiot mit einer Schiffskanone gegen ein Flugzeug ausrichten?“ Dann erkennt er mitleidig grinsend, wie der Kanonier einen einzelnen Schuss in seine Richtung abfeuert. Doch sein Grinsen erstirbt in dem Moment, als das Projektil seinen rechten Flügel mit sich reißt. Mit einem „Das gibt’s doch nicht!“ verlässt er ziemlich hektisch seine trudelnde Maschine.

Weiter unten klopft Hinterhov Sprengstov anerkennend auf die Schulter. „Gut gemacht! Sehr gut!“

Nicht weit entfernt ist Wolle endlich eingetroffen und kurvt auf Trantor ein. Der wiederum sieht die Wildcat immer näher kommen und reißt seinen japanischen Gunner kurz entschlossen von seinem Sitz und schnappt sich selber das MG und feuert wild auf Wolles Maschine.

Ich rutsche fast von meiner Wolke, als Wolle plötzlich neben mir landet. „Pass doch auf, Mensch!“ entfährt es mir. Doch Wolle starrt nur frustriert auf seine rechte Hand, in der er den Verriegelungshebel seines Kabinendachs hält. „Na, Wolle? Wenigstens hat es dich an der frischen Luft erwischt!“ frotzelt Needle, dann wenden wir uns wieder dem Geschehen rund um die Yorktown zu, die wir grade noch rechtzeitig mit unserer Wolke zum Feuerzauber erreicht haben. Nur Bibi holt noch mal kurz mit seinem Klappspaten Richtung Wolle aus, dann schaut auch er wieder nach unten.

Dort ist Trantor hastig wieder auf seinen Pilotensitz gehechtet, nachdem er Wolle durch das offene Kabinendach erwischt hat. Er packt den Steuerknüppel und als er ihn gerade an seinen Bauch ziehen will, schlägt er im Pazifik auf.

Wir winken kurz auf unsere Nachbarwolke, wo schon 10tacle, GGun, Storm, Cougar und Klaus Platz genommen haben und nun johlend die Ankunft Trantors auf ihrer Wolke feiern.

Dann sehen wir, wie Kimura auf Simeler einkurvt und eine Garbe nach der anderen auf den tapferen Schweizer jagt.

„Schieß doch, Mann, schieß doch endlich! Gleich hat er ihn!“ Hinterhovs Stimme überschlägt sich fast, doch Sprengstov bleibt völlig ruhig und kurbelt Kimuras Maschine hinterher. Gerade als Hinterhov „Zu spät!“ stöhnt und Simelers Maschine brennend abstürzt, feuert Sprengstov endlich und Kimura rast getroffen ins Meer.

Wieder gibt es ein Willkommensjohlen auf unserer Nachbarwolke und auch wir begrüßen Simeler auf unserer neuen und größeren Wolke, die wir kurz vorher von einem Flügeldeppen bekommen haben.

Dann hören wir einen merkwürdig kreischenden Motor und unsere Blicke fahren auf die Yorktown, wo Melisso stark ramponiert und ohne Querruder eine Landung versucht. Fluchend bemerkt er, dass er gerade das letzte Fangseil verpasst hat und klatscht Augenblicke später vor der Yorktown ins Meer.

„Da kommt Pigface rein!“ hören wir Bibi schreien, während die Amerikaner versuchen, Melisso aus dem Wasser zu fischen. „Oh nein, was macht der Idiot denn da?“ entfährt es Bibi und hebt drohend seinen Klappspaten.

Entsetzt sehen wir, wie Pigface die Flügel anklappt, während er noch im Landeanflug ist. Ein kurzes Krachen und Scheppern, dann sitzt auch Pigface auf unserer Wolke, und kann froh sein, dass ihm Bibis Schläge mit dem Klappspaten nichts mehr anhaben können.

Wir beobachten noch, wie Gamble irgendwann landet, dann ist der Spuk vorbei.

Irgendwie hat sich auch die Möwe unterhalb des Flugdecks der Yorktown auf einer Reling in Sicherheit bringen können und hat völlig außer Atem dem Treiben um den Träger herum zugeschaut. Erleichtert, den Feuerzauber ohne Schrammen überlebt zu haben, atmet sie auf und schließt die Augen.

„Das war´s dann wohl.“ sinniert Sprengstov an seiner Kanone, wendet sich ab und im Weggehen wirft er die letzte Hülse über die Schulter nach hinten ins Meer. Als er das Außenschott hinter sich schließt, hört er noch ein dumpfes Geräusch, kann aber nicht sehen, wie die Möwe von seiner Hülse getroffen in den Pazifik fällt.

 

Ein paar Tage später sind wir wieder an unserem heimischen Feldflugplatz angekommen und sitzen Wodka trinkend in Olgas Bar. Trotz unserer Verluste wurde die Schlacht bei Midway von den Amerikanern gewonnen. Von den vier versenkten Trägern geht zumindest einer auf unser Konto, auch wenn er erst am nächsten Tag untergegangen war.

Die Flügeldeppen konnten unsere lautstarken Prahlereien mit den Jungs von der Nachbarwolke einfach nicht mehr ertragen und schickten uns kurzerhand wie schon so oft wieder nach Hause, wo Gamble, Olga, Hinterhov und die anderen schon auf uns warteten.

Plötzlich klingelt das Telefon auf Olgas Bartresen und sie hebt mechanisch ab. „Hier Olga? Wie? Ah, hallo Ätmiräll Nimzitzschki! Wie gehä? Gutt? Ah, Yorktown wieder schön grau, nix mehr grün von Borschtschkotzä? Das nix lustig, Ätmiräll, ich nix lachä! Wie? Neuä Einsatz für Sächsundsibzigä auf Rabaul? Moment, ich fragä!“

Olgas Blick geht in den Schankraum, doch was sie sieht, lässt sie erstarren. Nur unsere halbvollen Gläser künden davon, dass wir grade noch da gewesen sein müssen.

 

Grüß mir die Sonne

Splindy

76. IAP gibt bekannt!

Folgende Personen, werden mit dem

76. IAP Verdienstabzeichen in Stufe Silber

ausgezeichnet:

Rb´s_MiRage, ZF_Papila und 76.IAP Männis

Rb's MiRage und ZF_Papila sind mittlerweile zu Eckpfeilern und nicht mehr wegzudenkenden Stützen bei den Online-Events von 76.IAP und Jagdgruppe_Ost geworden. Daher werden Sie mit dem Verdienstabzeichen in Stufe Silber ausgezeichnet, denn Stufe Bronze haben Sie schon inne.76.IAP Männis hat sich seit seinem Beitritt in die Staffel 76.IAP "arbeitsmäßig" sehr stark eingebracht, was Arbeiten am Forum, der Prawda und generell die Staffel 76.IAP betrifft.

Herzlichen Glückwunsch, Großartige Leistung, weiter so!!

Die Auszeichnungen an Piloten der großen Internetgemeinschaft die keine Mitglieder des 76. IAP sind werden auf unserer Seite in eine Liste eingetragen, die man hier finden kann:

Impressionen eines Bomberpiloten

Während des Einsatzes in Tobruk, gelangen der Crew von Knappe einzigartige Bilder aus sicht ihres Bombers. Lasst euch von diesen fantastischen Exemplaren der Fotografiekunst in die Welt der Wüstenpiloten entführen! Danke an Knappe für die schönen Bilder!

Klickt auf das Bild um die Fotos zu sehen

Zurück nach Tobruk

Diesmal haben wir uns im staubigem Wüstensand duelliert, trotz vielen Ausfällen bei den Jägern gelang es uns eine formidable Streitmacht in die Luft zu schicken und diesmal sogar einen Sieg rauszuholen!

zu dem Report

Flight of Valkyries

 

Mit dem goldenen Kompass wurde bei diesem unser glorreicher Staffelführer des neuen RAF Squadrons ausgezeichnet. Auch BTB erhält nach seinem selbstlosem Einsatz den Verchromten SODHPW (Service-Order-Defense-High-Pression-Wecker). Splindy und Jester führten trotz erhöhter Gefechtsbereitschaft weiterhin Combat Trials mit ihren P38 durch. Man ist mittlerweile zum Entschluss gekommen das die P38 sich auch sehr gut ohne Steuerflächen Bedienen lässt. Obwohl Wolle diese Theorie nicht unterstützt und weiterhin an dem Gesetzt der schweren Ruder festhält.

zu dem Report

Operation Jubilee

Mit einem Angriff auf die blauen Stellungen im Westen wurde die Saison 2006 eröffnet. Bibi ließ es sich nicht nehmen Trantor mit allen Mitteln vom Gummiboot aus zu bekämpfen.

zu dem Report

 

HEILIGE HALLE GEFUNDEN!

BTB: "Männis schieb! Der Audi spinnt wieder....

BTB und Männis berichten von Ihrer Odyssee in die heiligen Hallen von Laatzen bei Hannover. Sie trotzten den Elementen, schlugen sich mit heimtückischen BMW Fahrern und Navigierten durch die unwirtlichsten Orte des Landes...

Zum vollen Bericht geht es hierlang

 

 

 

 

   
 

ARCHIVIERTE ZEITUNGSAUSGABEN

 

ARCHIVIERTE AUSGABE VOM 03-04-04

ARCHIVIERTE AUSGABE VOM 20-09-04

ARCHIVIERTE AUSGABE VOM 15-01-05

SPLINDYS BERICHTE

 

DOWNLOAD DER PDF - DATEI SPLINDYS GEFECHTSBERICHTE AUS DER SEEROGI ZEIT 258 KB

DOWNLOAD DER PDF - DATEI "VERGESSENE SCHLACHTEN" BATTLE OF SEWASTOPOL"

 

 

 

Alle in den obigen Texten enthaltenen Angaben über Personen und Vorgänge haben nichts mit den wirklichen Personen oder Geschehnissen im reellen Leben zu tun. Namentliche Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten sind nicht beabsichtigt und rein Zufällig. Sämtliche Gegebenheiten sind als Satire überspitzt dargestellt und nieder geschrieben, es können daher keine Rückschlüsse auf  Person  gezogen werden.